
Historiker Karsten Rudolph im Gespräch mit Zeitzeugen
Die 50-iger Jahre Ausstellung im Scheunenatelier Braunshausen machte eines klar: man machte es sich Zuhause schön und erschloss sich zugleich touristisch die Welt: Tütenlampen in allen Variationen, rosa Kaffeekannen, Nierentische und Clubsessel, keramische Mitbringsel aus den sole mio Gefilden, Rippräpkes hier, Dönekes dort - das Künstlerehepaar Dorle und Albe Schmidt hatte eine Vielzahl von Stücken aus der 'guten alten Zeit' zusammengetragen. Die zur Ausstellungseröffnung zahlreich erschienenen Gäste fielen von einem dejà- vù Erlebnis ins nächste.
Dazu trug auch der Vortrag des Historikers Dr. Karsten Rudolph MdL bei, der die Erinnerungen durch seinen lebendigen Vortrag zusätzlich auffrischte. Rudolph entführte sein Publikum zurück in jene Zeit des politischen und wirtschaftlichen Aufbruchs, in der den Bundesbürgern alles möglich schien. Der Ausflug in die Geschichte war garniert mit kleinen Abstechern in das Alltagsleben der Bundesdeutschen und in den nationalen und internationalen Film als Spiegel einer scheinbar 'heilen' Welt.
Daran schlossen sich anregende Gespräche an bei kleinen Snacks - typisch zu jener Zeit: "Bütterkes" mit Leberwurst und Gurke und dem mächtigen Kuchen "Kalte Schnauze". Ob jemand von den Gästen eines kurzweiligen 50-iger Jahre Ausfluges dieser Zeit nachtrauert ist nicht bekannt.