Es dauerte einige Wochen bis der NRW-Landesregierung dämmerte, was sich da in Südwestfalen am 18. Januar 2007 abgespielt hatte. Der Orkan Kyrill fegte von den britischen Inseln über Mitteleuropa und traf mit Sturmspitzen von über Windstärke 13 Nordrhein-Westfalen. Kyrill“ zerstörte zehn Prozent des Waldbestandes des Regionalverbandes Ruhr. Aber am Schwersten traf er weite Teile des Sauer- und Siegerlandes.
Das Krisenmanagement des Landes setzte verspätet ein und blieb unzureichend. Erst die nicht abreißenden Hiobsbotschaften über die angerichteten Schäden, der wachsende Unmut in der Region und die sich steigernde Kritik an der Abwesenheit des Ministerpräsidenten sorgten für ein Umdenken in Düsseldorf. Als der CDU-geführten Landesregierung allmählich klar wurde, dass die politischen Kosten für ein weiteres Abtauchen zu hoch werden könnten, schaltete sie um und lud am 27. März 2007 zu einer Regionalkonferenz in Siegen ein. Dort stellte sie ein Hilfspaket über insgesamt 300 Millionen Euro zur Beseitigung der Orkanschäden vor.
Kaum eine Woche zuvor hatte Umweltminister Uhlenberg dem Landesparlament noch erklärt, die bislang zur Verfügung stehenden Mittel würden für die Beherrschung der Katastrophe ausreichen.
Angesichts der Milliardenschäden durch den Orkan Kyrill fordert die Bundesregierung nunmehr EU-Hilfen für die betroffenen Regionen. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) beziffert den Gesamtschaden in Deutschland auf 4,3 Milliarden Euro. 70 Prozent dieser Schäden seien im Sauerland und im Kreis Siegen-Wittgenstein angefallen. In dieser Region seien fast elf Millionen Festmeter Holz gefallen.
Vor dem Hintergrund dieser Schadensbilanz fällt das Hilfspaket der Landesregierung nicht nur klein aus. Es fällt auch in sich zusammen, wenn man es genauer betrachtet:
Unter dem Strich halten die vollmundigen Ankündigungen der Landesregierung einer genauen Betrachtung nicht stand, so dass sich bald in Südwestfalen Ernüchterung breit machen dürfte.
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