“Keine zusätzlichen Mittel, kein zusätzliches Personal, die schwarz-gelbe Landesregierung schafft es noch, eine vom Ansatz her gute Idee zu konterkarieren.” Der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Karsten Rudolph sieht für die sechs geplanten Familienzentren im Sauerland schwarz.
Bestätigt wurden jetzt die Befürchtungen durch das Ergebnis einer Anhörung von Sachverständigen. Diese kritisieren die Umsetzung von Familienzentren bei gleichzeitigen Kürzungen im Landeshaushalt. Zugleich warnten die Fachleute vor der künftigen Kindergartenfinanzierung und der geplanten Pro-Kopf-Pauschale.
Auch Rudolphs Kollege Gerd Stüttgen hält die Realisierung von Familienzentren für eine Farce: “Wenn das Land keine zusätzlichen Mittel für Konzeptentwicklung, Umbau und Personal bereit hält was nützt da die die wissenschaftliche Begleitung?” Denn die Familienzentren hätten nach dem vorliegenden Konzept mehr und andere Aufgaben als die heutigen Kindergärten oder -tagesstätten.
Ohne eine nennenswerte finanzielle Unterstützung vom Land befürchten Rudolph und Stüttgen einen Fehlstart der geplanten Familienzentren im Sauerland. Aber diesen wollen beide Politiker im Interesse der Familien unbedingt vermeiden. Karsten Rudolphs dringender Rat: “Mit dem unausgegorenen Konzept ab in die Entwicklungsabteilung, mit Fachleuten neues Konzept erstellen, angemessen Geld in die Hand nehmen und neu starten. Dann klappt’ s auch mit der Umsetzung.” Und Stüttgen ergänzt mit Blick auf die absehbare Verstärkung der ungleichen Konkurrenzsituation gerade im ländlichen Bereich: “Und bitte daran denken: Fair Play mit den Kindertageseinrichtungen, die nicht zu Familienzentren umgewandelt werden. Für’ s Abdrängen oder Ausbremsen gibt es die Rote Karte, nicht nur von der SPD.” Denn in einigen kleineren Orten müssten bereits heute in Folge des demographischen Wandels Gruppen und sogar Kindertageseinrichtungen schließen.
Zur Idee der Familienzentren äußern sich beide Politiker positiv, Rudolph: “Die Idee ist gut, aber nicht neu. Schließlich hat die rot-grün geführte Bundesregierung bereits einige Kindertageseinrichtungen in NRW gefördert nach dem Vorbild der englischen “Early Excellence Centres”. Diese liefen unter den Begriffen “Eltern-Kind Zentren” oder “Mehr-Generationen-Haus”. Darüber hinaus gibt es in vielen Städten kommunal entwickelte Ansätze, die in diese Richtung gehen.”
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