Arnsberg. Die beiden SPD Landtagsabgeordneten Dr. Karsten Rudolph und Gerd Stüttgen hatten den DGB-Vorsitzenden Guntram Schneider zu einer öffentlichen Personal- und Betriebsrätekonferenz eingeladen.
Guntram Schneider machte auf die Bedeutung des Sauerlandes als Industriestandort aufmerksam. „Allerdings findet die Region in Düsseldorf nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient.“ Dass die von der Finanzmarktkrise ausgelösten Auswirkungen auf die Realwirtschaft, nicht auch massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätten, wäre in erster Linie dem Instrument der Kurzarbeit zu verdanken, bei dessen Verlängerung SPD und Gewerkschaften an einem Strang gezogen hätten. Das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaften zeige insbesondere der Tarifabschluss in der Metallindustrie, weil er mit der Einführung der betrieblichen Kurzarbeit weitere Maßnahmen gegen drohende Arbeitslosigkeit vorsieht, so Schneider.
Erich Bullmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Trilux wusste aus der Praxis über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in der Region zu berichten: „Die Talsohle ist wohl erreicht, wenngleich noch nicht klar ist, wann es wieder wirklich aufwärts geht.“
Ungeahnte Aktualität bekam die Veranstaltung durch die jüngsten Vorschläge von Hannelore Kraft und des SPD-Präsidiums zur Arbeitsmarktpolitik. Guntram Schneider begrüßt ausdrücklich die von der SPD eingeleitete Wende, kommt sie doch gewerkschaftlichen Forderungen entgegen. „Eine Verlängerung der Bezugsdauer für Arbeitslosengeld I in Zusammenhang mit Qualifizierungsmaßnahmen ist sinnvoll, weil Deutschland international nur mit möglichst gut ausgebildeten Arbeitnehmern mithalten kann,“ argumentiert Schneider. „Natürlich geben die Gewerkschaften und die SPD ihr Ziel nicht auf, möglichst viele Arbeitslose wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen, aber es gibt eben auch nicht Wenige, bei denen dies nicht gelingen wird. Daher ist der Vorschlag von Hannelore Kraft einen sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen, zu begrüßen. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass damit keine regulären Jobs verloren gehen,“ führte Schneider aus.
Schneider sah in den jüngsten Vorschlägen der SPD eine Möglichkeit ihr Markenzeichen der sozialen Gerechtigkeit wieder zu schärfen. Für Rudolph und Stüttgen war die Diskussion um die Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes für Menschen mit großen vermittlungshemmnissen längst überfällig.
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